Familie – ein Auslaufmodell?

Ein uneheliches Kind zu sein war früher unvorstellbar, heute ist es gang und gäbe. Verheiratete Eltern zu haben ist heute uncool. Das einundzwanzigste Jahrhundert steht im Zeichen der Ehe für alle. So ist es erwünscht, Papa und Papa zu haben.

Wenn man sich die Fakten anschaut wird schnell klar, dass man gegen den Strom schwimmt, wenn man den allzeit bekannten Spruch „und bis der Tod uns scheidet” wörtlich nimmt. Von je 1.000 Ehen wurden im Jahr 2004 425 Eheversprechen wieder aufgehoben (Vergleich: geldtipps.de).

Seine silberne Hochzeit zu feiern ist konservativ und spießig geworden. Dafür hat sich das Modell der Patchwork-Familien in deutschen Städten etabliert. Wenn man sich in den Schulklassen umschaut, ist es keine Seltenheit, wenn Klassenkameradinnen oder Klassenkameraden nur bei einem Elternteil aufwachsen. In sogenannten Patchwork-Familien kann es vorkommen, dass die Familienmitglieder-Anzahl steigt.
Häufiger nicht aus biologischem Grund, vielmehr durch neue Lebenspartner von Mama oder Papa. Wenn Mamas neuer Freund oder Freundin, durch frühere Beziehungen, Kinder mit in die neue Partnerschaft bringt, kann aus Einzelkindern plötzlich der große Bruder oder die kleine Schwester werden.

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geht davon aus, dass inzwischen in 7 bis 13 Prozent der deutschen Haushalte Kinder in Stieffamilien leben.

Solche Patchwork-Familien bringen häufig Probleme mit sich, wenn Stiefeltern sich mit neuen Familienmitglieder überfordert fühlen. Konflikte können entstehen, wenn Stiefeltern keine Erfahrung mit Kindern haben. Zudem kann es vorkommen, dass Kinder sich benachteiligt fühlen und mit neuen Situation nicht vertraut sind.

Dennoch hat sich gezeigt, dass Kinder aus alternativen Familienformen, wie Patchwork-Familien, mehr in der Lage sind, Verantwortung wahrzunehmen und Diskriminierung abzulehnen, als Kinder aus traditionellen Familien.

Daher ist es jedem selbst überlassen, ob das frühere traditionelle Familienbild von Vater, Mutter und Kind auch noch heute den gleichen Stellenwert hat, oder ob Familienmodelle mit oder ohne Vater oder Mutter, mit oder ohne neuen Elternteil und mit oder ohne neue Geschwister gleichgestellt sind.

Wie steht ihr zu diesem Thema?

Gibt es heutzutage noch ein traditionelles Familienbild?

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Bildquelle: david__jones/ Fotoplattform flickr (https://flic.kr/p/amfyNE), veröffentlicht am 11. September 2011

3 Kommentare bei „Familie – ein Auslaufmodell?“

  1. Zu dem Thema ist es vielleicht auch noch ganz interessant zu hören ist Folgendes:

    “[…] Zoomer ist zwei Jahre alt und wächst genderneutral auf. Bis das Kind sich selbst mit einem Geschlecht identifiziert, behält die Familie für sich, mit welchem biologischen Geschlecht das Kind auf die Welt kam. […]” (Quelle: https://de.style.yahoo.com/madchen-oder-junge-diese-eltern-lassen-ihre-kinder-gender-neutral-aufwachsen-120649952.html)

    Dem Artikel zufolge erziehen immer mehr Eltern ihre Kinder geschlechtsneutral, auf diesem Weg geht man den typischen Geschlechterrollen aus dem Weg und vermeidet, dass Kinder sich mit ihrem Geschlecht so unwohl fühlen, dass sie depressiv werden.
    Andererseits muss man immer dran denken Kinder können grausam sein. Wie gehen andere Kinder mit einem Kind um, zu dem man nicht she (sie) oder he (er) sagen kann sondern bei dem immer von they/them (sie, plural) die Rede ist?

    Darüber könnte man sich mal noch tiefer auseinander setzten.

    1. Entschuldigung, es muss natürlich heißen: Zu dem Thema ist es vielleicht auch noch ganz interessant Folgendes zu hören:

    2. Hallo Liya,

      vielen Dank für dein Kommentar. Natürlich ist die Genderneutralität hingehend auf die Erziehung heute ein wichtiger Aspekt geworden.

      Liebe Grüße
      Fredi

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