Eine neue Ära

Ein Facebook-Livestream oder ein Instagram-Selfie der Bundeskanzlerin ist alles – nur nicht vorstellbar. Eine neue Ära ist angebrochen. Auch in der Politik sind soziale Netzwerke als Medium etabliert und werden gerne mal für Wahlkämpfe und Selbstinszenierungen verwendet.

Vorreiter in Sachen Nutzung von Instagram, Facebook und Co sind zum einen Dorothee Bär (Staatsministerin für Digitalisierung) oder Christian Lindner (Bundesvorsitzender der FDP). Die Profile sollen zeigen wie Politik geht und der Ansporn für Gerechtigkeit die Menschen sind.

Die Parteien haben in den letzten Jahren gemerkt, dass das Internet zur heutigen Zeit gehört. So haben Parteien die Möglichkeit, ihren Standpunkt ganz einfach durch eine Insta-Story mit der Internetgemeinde zu teilen. Heute ist es noch wichtiger, bürgernah und transparent zu sein und im Dialog mit der Wählerschaft zu stehen. Dennoch gibt es auch hier entscheidende Faktoren, die die Parteien berücksichtigen müssen:

  1. Der rote Faden
    Die einen versuchen, mit schockierenden Fakten die Follower über ein politisches Problem aufmerksam zu machen, die anderen zeigen ihren Standpunkt mit einem Post, der aus einem knalligen Hintergrund und einem kurzen, aber dennoch aussagekräftigen, Satz besteht. Die Kunst liegt darin, den Standpunkt unterhaltsam und informativ zu verpacken und klare Kante zu zeigen.
  2. Die Heimatliebe
    Bestes Beispiel hierfür, Alice Weidel (Co-Vorsitzende der Afd-Bundestagsfraktion). Frau Weidel hat uns schon durch diverse Posts gezeigt, dass sie die deutsche Natur liebt. Ein Selfie auf dem Feldberg, Fahrradfahren in Gerolstein. Zeige, dass Deutschland eine atemberaubende Landschaft hat.
  3. Der Dialog
    Dank der sozialen Medien ist es für die Abgeordneten und ihren Parteien noch einfacher, sich mit den Wählerinnen und Wählern auszutauschen. Durch Umfragen in Insta-Stories können Parteien, wie die FDP oder die Grünen, die Meinungen der Anhänger besser herausfinden. Die Parteien können auf Kommentare unter den geposteten Bildern reagieren und so zeigen, dass ihnen die Bürgerschaft wichtig ist.
  4. Konkurrenten gibt es nicht
    Auf Verhalten oder Aussagen von Politikern aus anderen Parteien seinen Senf dazu geben, auch wenn es niemanden wirklich interessiert, ist dank Twitter jetzt auch noch besser möglich. Politik wäre doch nicht Politik, wenn man andere Parteien runtermacht und die Arbeit von anderen Abgeordneten als Nonsens bezeichnet.
  5. Jeder Post ist eine Home-Story
    Ein Bild bei der Ostereiersuche, ein Selfie während dem Zugfahren. Jeder Post hat seine Geschichte und die sollte möglichst echt und authentisch sein. Unnahbare Abgeordnete sind out, dafür sollte das Instagramfeed möglichst das echte Leben zeigen.

Womöglich könnte Dorothee Bär sich ein zweites Standbein als Influencerin aufbauen. Zum einen spricht sie unterschiedliche Zielgruppen an, einmal die traditionellen CSU Wähler, die Mitglieder in der Jungen Union, die die sich für Politik und ihr privates Leben interessieren. Frau Bär macht es Spaß teilweiße die private und die Seite als Staatsministerin zu zeigen. Sie trifft den Nerv und zeigt mit ihren Bildern, dass Politik Spaß macht und man auch noch als Abgeordnete Zeit für coole Bilder hat. Mit ihrer Medienpräsenz stellt sie stets ihr Pflichtbewusstsein als Digitalministerin unter Beweis und teilt dies täglich mit ihren ca. 15.000 Followern. Auch wenn man im Bundestag Nebenverdienste nicht so gerne sieht, könnte sie sich mit dem Status der Mikroinfluencerin durch Sponsorings auf Instagram eine zweite Einnahmequelle auf jeden Fall klarmachen.

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Ein anderes Beispiel für starke Aktivitäten auf sozialen Medien ist Christian Lindner. Altmodische Reden auf Plätzen, ist bei ihm Schnee von gestern. Facebook-Livestreams waren ein großer Teil seines Wahlkampfes. Dadurch verschwindet die Distanz zum Wähler, da man so die Möglichkeit hatte Fragen oder Anregungen mit ihm direkt zu diskutieren. Des weiteren wurden durch solche Interaktionen überwiegend die jüngeren Wahlbeteiligten angesprochen. Darüber hinaus hatte Herr Lindner den Pluspunkt, ohne durch Dazwischengequassel von anderen Politikern, das Wahlprogramm und die Anliegend der FDP eins-zu-eins an den Mann zu bringen. Dies war ein Vorteil für ihn, aber auch für die Zuschauer, da man sich direkt und ohne Einfluss anderer mit dem Thema auseinandersetzen konnte.

Was würden nur Katrin Göring-Eckardt, Katja Kipping und Ralf Stegner ohne das wundervolle Internet machen? Dank den Parteimitgliedern ist Reality-TV langweilig und öde geworden. Das Gezanke und Gezicke auf den sozialen Netzwerken zeigt viel besser die Mitte des Lebens als RTL.

Bildquelle: energepic.com / Fotoplattform pexels.com (https://www.pexels.com/photo/blur-display-electronics-hand-174938/) Der Lizenzgeber distanziert sich von jeglichen Inhalten auf frechundfrontal.de

Ein Kommentar bei „Eine neue Ära“

  1. Politisches Twittern

    Ein POLITIKER,
    der seine VERLAUTBARUNGEN
    zuerst über “TWITTER“ kundtut,
    ist für mich politisch betrachtet
    einfach ein “hohler VOGEL“ …
    ___
    © PachT 2017
    223. (568.) Politische Tagebuchnotiz
    Gedanke vor dem G-20-Gipfel 2017 in Hamburg

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