Ein Armutslohn

Es ist ein Armutszeugnis unserer Gesellschaft, dass wir die Menschen, die in Schichtarbeit das Leben von anderen retten oder Alte pflege, am meisten ausnutzen. Wir schauen zu, wie Vollzeitbeschäftigte kurz vor oder schon an der Armutsgrenze leben. Einer Krankenschwester bleibt im Schnitt ein Nettogehalt von 1.300€, kann man davon überhaupt leben? In Zeiten, in denen die Mieten dauerhaft steigen, hätte schon längst gehandelt werden müssen. Arbeitnehmer sind darauf angewiesen, Hartz-IV-Leistungen zu beziehen.

Verdienst mit dem Mindestlohn

Für die meisten war der Mindestlohn von 8,50€, der jetzt bei 8,84€ ist, ein riesen Erfolg. Wenn wir jetzt eine kleine Rechnung machen:

Eine 40 Stundenwoche entspricht 8,84×40 = 353,60€
Einen Monat mit vier Wochen 353,60×4 = 1.414,40€

Wenn wir dann den Normalenstuersatz von 35% nehmen würde es heißen, dass:

1,414,40 = 100%
495,04€ = 35%
1.414,40€-495,04€ = 919,36€

Dabei stellt sich doch die Frage, kann ein Mensch, der im Normalfall in einer Mietwohnung lebt und keine weiteren Einnahmen bezieht, von 919,36€ leben?

Allein wenn man den Mietpreis Spiegel in Baden-Württemberg betrachtet, wird es für Arbeitnehmer knapp. Im Moment befindet dich der durchschnittliche Quadratmeterpreis unter 40m² bei 12€. Hierbei sollte es nicht Standard sein, dass sich eine Person die von einem Vollzeitjob lebt nur eine Einzimmerwohnung bezahlen kann. In Anbetracht dessen wird es klar, dass das Leben immer teuer wird, jedoch machen die Politiker nichts Förderliches für die arbeitenden Leute. Darüber hinaus haben die Menschen keine Möglichkeit Geld zu sparen oder gar anzulegen, obwohl vielen eine extrem niedrige Rente bevorsteht. Vielmehr machen sie Politik für die großen Unternehmen und gegen die Arbeiter. Das bundesweite Geschrei ist groß, darüber dass die Schere zwischen Arm und Reich immer größer wird, aber mit vermeintlichen Erfolgen wie den 8,50€ ist für die Meisten das Möglichste getan.

Warum fangen wir nicht jetzt an sozialistisch und nicht kapitalistisch zu denken?

Die Unternehmen machen es sich einfach

Aus eigenen Erfahrungen weiß ich, wie sich große Unternehmen gerne vor Steuern schützen. Im Einzelhandel ist es Gang und Gäbe, dass Filialen mit einer Vollzeitkraft und bis zu 12 Aushilfen besetzt sind. Der Vorteil, die Minijobber müssen die gleiche Arbeit machen. Natürlich bekommt man den Mindestlohn, aber nicht mal die vollen 450€, stattdessen ist man in einem Zwiespalt zwischen bleiben oder sich anderweitig zu bewerben.

In dieser Hinsicht kann man feststellen, dass man einen Mindestlohn von 8,84€ keinen Erfolg für die Sozialdemokraten und die große Union nennen kann. Die Parteien wundern sich, dass sie Wählerstimmen verlieren und bei solchen Erfolgen ist das kein Wunder. Deutschland besteht nun mal nicht nur aus Managern und Akademikern, deshalb ist es umso wichtiger, dass wir uns für die Mittelschicht und Menschen, die von dem aktuellen Mindestlohn leben müssen, einsetzen. Zudem darf man nicht vergessen, dass ein fairer Mindestlohn den Staat entlastet. Das Risiko, dass Arbeitnehmer auf staatliche Unterstützung angewiesen sind ist geringer, was weniger Bürokratie zur Folge hätte.

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Nicht alle Parteien sind pro einen Mindestlohn

Allerdings gibt es bei dieser Thematik einen Erfolg. bis Anfang 2020 wird Hamburg den Mindestlohn von 12€ schrittweise ändern. Allerdings sind nicht alle Parteien für einen Mindestlohn. Die FDP ist der Meinung, dass durch den Mindestlohn, welcher in Deutschland überall gleich ist, viele Arbeitsplätze verloren gehen. Sie verweisen darauf, dass der Mietpreisspiegel in der Republik nicht gleich ist, Wohnungen in Ostdeutschland sind vergleichsweise günstiger und die Folge wäre, dass Firmen gezwungen sind Arbeitnehmer zu entlassen. Jedoch stellt sich hier die Frage, wäre es fair und gerecht wieder in diesem Bereich zu differenzieren? Viele Arbeiter würden sich unfair behandelt fühlen und die unterschwellige Distanz zwischen Ost und West fördern. Zumal es landesweit Regionen gibt, die unterschiedliche Mietpreisspiegel haben. Die Theorie der FDP würde unterschiedliche Tarife und so eine verstärkte Bürokratie mit sich bringen.

Die Linken hingegen sind für einen Mindestlohn von 12€. Abschaffung sämtlicher Ausnahmeregelungen, wie zum Beispiel, dass Beschäftigte unter 18 Jahren, ebenso wenig wie Langzeitarbeitslose, nicht den Mindestlohn erhalten. Grundsätzlich kann man über die Ausnahmen, wie die Ausnahme von Auszubildende, reden, dennoch ist es mehr entscheidend, dass zunächst über einen realistischen Stundenlohn diskutiert wird.

Der Mindestlohn ist nur einer von vielen Bereichen in denen noch viel passieren muss. In der Regierung ist es wichtig, dass man jetzt für mehr Fairness arbeitet.

Bildquelle: rawpixel.compexels.com Der Lizenzgeber distanziert sich von jeglichen Inhalten auf frechundfrontal.de

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