Social Media Detox

Wir sind immer online. Das erste was wir nach dem Aufstehen machen: auf das Handy schauen. Das letzte bevor wir schlafen gehen: auf das Handy schauen. Eine Nachricht in WhatsApp hier, ein Like in Instagram da, unser Handy ist unser täglicher Begleiter. In den “immer online” Zeiten wie wir sie heute haben wird es schwer, Abstand von allen, Abstand von Followern, Stories, Kommentaren und irgendwelchen Gruppen zu halten. Wie wäre es denn mit einem social Media Detox? Zurzeit ist social Media Detox der letzte Schrei, vor allem bei sehr stark Instagram affinen Menschen wie Enissa Amani.

Die betitelte Entschlackungskur ist ganz “easy”, man muss lediglich sein Handy für ein bis zwei Tage ausmachen, es weglegen und versuchen, es ja nicht zu berühren. Aber was ist der Sinn des Ganzen? Social Media Detox soll dabei helfen, das reale Leben wieder stärker zu genießen und es bewusst wahrzunehmen, ganz ohne Snapchat oder Facebook. Im ersten Moment hört sich das ganze vielleicht total einfach an, aber wenn man sich die Fakten anschaut, wird schnell klar, dass es mit dem kurzen Blick aufs Handydisplay im täglichen Leben nicht getan ist, denn durchschnittlich sind unter 30-Jährige täglich vier Stunden online (Quelle: zeit.de/campus).

Hand aufs Herz, wer ertappt sich selber gut und gerne mal beim Selbstbelügen? “Ich wollte nur die Uhrzeit checken.” und eigentlich hat uns unser innerster Drang gezwungen nachzuschauen wer alles das neue Instagramselfie schon geliked hat. Der Clou hinter dem ganzen social Media gedetoxe ist, dass man “mal wieder” eine bewusste Pause von dem ganzen Chatten, Liken und Snappen bekommen soll und eine gesunde Balance zwischen echten und dem online Leben wiederfindet. Aber auch der Inhalt des Word Wide Webs sollte einen schon vor dem ständigen Gesurfe abschrecken. Dank Google sollten wir eigentlich alle schon unter der Erde sein, da Juckreiz oder Fußstecken zu spät erkannte Symptome sind und der Tod ausweglos ist. Spaß bei Seite, trotzdem sollte man bei der Benutzung von Handys nicht außer Acht lassen, dass auch diese Negativwirkungen Auswirkung auf unseren Körper haben. Die Hysing-Studie hat bewiesen, dass man ein um 70 Prozent erhöhtes Risiko eines Schlafdefizits von mehr als zwei Stunden pro Nacht hat, wenn man mehr als vier Stunden am Tag vor einem Bildschirm sitz. Zum einen verschwenden wir unsere kostbare Zeit ununterbrochen damit, auf das Handy zu starren und dann stören wir damit auch noch unseren heiligen Schlaf. Auf diesen Schock müssen wir natürlich erstmal ne Runde über Schalfstörung googeln.

Schon der vierstündige Flug nach Portugal wird zum Horrorszenario jedes Instagramsuchtis und den Weltuntergang zu verpassen wird zur größten Angst. Da fragt man sich, wie haben das die Menschen vor dem Computer, Internet Smartphone und Tablet gemacht? Wahrscheinlich liegt es an unserer Gesellschaft, dass Kinder schon mit drei Jahren Candy Crash Saga auf dem Handy der Mutter spielen können. Kindergartenkinder, die cleverere Spielzüge als man selbst können, ist ein süßer Anblick, nicht wahr?  Mit einer der größten Einflüsse auf den Internetkonsum wird die Erziehung der Eltern sein. Im Vergleich zu älteren Generation wirkt das erschreckend früh, aber zur heutigen Generation wirkt es erschreckend spät, dass ich mein erstes Smartphone mit 15 Jahren bekommen habe. Natürlich gab es in den frühen 2.000ern noch gar keine Möglichkeit ein Smartphone zu besitzen. Kinder sollten Kinder bleiben und nicht, wie es heute häufig üblich ist, zu Steve Jobs Minimes mutieren.

Möglicherweise ist es doch einfach sinnvoller zu versuchen jeden Tag etwas zu detoxen und sich nicht selber auf einen kalten Entzug zu setzten. Bewusst sich selber auf die Finger zu klopfen und um mal nicht alle 20 Minuten die Instagramstartseite zu aktualisieren, muss man schon den inneren Schweinehund überwinden. Vor allem für Jugendliche wird dies schon eine Herausforderung sein, da schon bei den 14- bis 17-Jährigen fast jeder zehnte Zeichen einer Internetsucht zeigt (Quelle: spiegel.de). Sich selbst zu zwingen das Handy wegzulegen und mal wieder einen Schmöker in die Hand zu nehmen ist womöglich der erste Schritt zur Besserung.

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Bildquelle: Pixels / rawpixels.com

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